Filmabende

Bewegende Bilder

Wie können wir in einen Austausch über das Thema „Migration“ kommen? Über die Bilder, die wir zu dem Thema im Kopf haben. Über die Bilder, die wir zu dem Thema sehen.

Wir wählen das Medium Film, um einen Anlass zu haben, uns über Migration zu unterhalten. Migration als etwas, das zu unserem Leben und Alltag gehört. Menschen sind schon immer von Ort zu Ort gezogen, auf der Suche nach einem anderen, nach einem besseren Leben. Was bewegt sie zu dieser Reise? Sind sie freiwillig gegangen oder mussten sie fliehen? Wie nehmen sie ihren neuen Lebensraum wahr? Wie werden sie empfangen und wie gehen sie auf neue NachbarInnen zu?

Diesen Fragen möchten wir uns an besonderen Abenden nähern. Wir zeigen Filme an ausgewählten Orten und reden über das Gezeigte. An den Abenden sprechen wir über Erfahrungen, Herausforderungen und neuen Perspektiven zu den Themen Migration und Integration im Altenburger Land.

Filmabende 2018:

Deutschland is a good country

18.08.2018, 18 Uhr

Kinder-und Jugendtreff East Side, Platanenstraße 5A, 04600 Altenburg

In Kooperation mit dem Kinder- und Jugendtreff East Side, beginnt unsere Filmreihe mit dem Film Deutschland is a good country.

Deutschland is a good country ist ein Dokumentarfilm von Nina Mair & Robert Jahn und thematisiert den deutschen Einsatz in Afghanistan. Dabei geht es darum aufzuzeigen, dass nie nur dort ist wo gekämpft wird wo Krieg ist, sondern Krieg überall da ist wo Menschen daran beteiligt sind. In Deutschland haben wir dafür leider ein seltsam passendes Wort – Heimatfront. Deutschland is a good country beleuchtet die Heimatfront des deutschen Einsatzes in Afghanistan.

Im Zentrum des Films stehen Soldatenfamilien und afghanische Flüchtlinge. Ihren Kampf mit dem Krieg und seinen Folgen hier in Deutschland wird in der Dokumentation über viele Monate begleitet:

Zahoor ist ein afghanischer Bauernjunge. Seine Eltern wurden von den Taliban ermordet. Er floh allein nach Europa und strandete in Deutschland. Sein neues Leben soll hier beginnen. Naemi ist tiefgläubige Christin. Ihr Mann ist im Krieg. Sie muss mit ihrer Rolle als Soldatenfrau leben und damit, dass ihr Mann im Zweifel töten muss. Susann ist Mutter. Ihr junger Sohn riskiert bei der schnellen Eingreiftruppe täglich sein Leben. Er ging nach Afghanistan um ein echter Mann zu werden. Für die Mutter ist sein Einsatz täglicher Horror. Sonija ist eine moderne afghanische Frau. Sie floh vor dem Krieg nach Deutschland, um ihren Kindern ein besseres Leben zu geben. Jetzt kämpft sie mit den Behörden und gegen die Erinnerung.

Zahoor, Naemi, Susann und Sonja leiden unter dem fernen Krieg. Aber sie sind keine Opfer. Ihr Leben ist – wie der Film – trotz des Krieges voller Energie, Leidenschaft und Hoffnung.

Deutschland is a good country ist kein Film gegen den Krieg, sondern ein Film der zeigt, der Krieg ist hier.

Wenn Gott schläft

24.08.2018, 18 Uhr

Bürgerzentrum Altenburg Nord, Otto Dix Strasse 44, 04600 Altenburg

An unserem zweiten Filmabend werden wir im Bürgerzentrum Altenburg Nord den Film Wenn Gott schläft vorführen.

In WENN GOTT SCHLÄFT porträtiert Regisseur Till Schauder den iranischen Sänger und Rapper Shahin Najafi, den er vier Jahre lang mit der Kamera begleitet hat. 2012 sorgte ein Fall für Aufsehen, über den Medien auf der ganzen Welt berichteten: Shahin Najafi veröffentlichte den satirischen Song „Naghi“, der dazu führte, dass eine Fatwa gegen ihn erlassen und sein Tod gefordert wurde. In dem Lied soll er einen der zwölf von den Schiiten verehrten Imame beleidigt haben, Ali al-Naghi. Tausende Menschen forderten Najafis Tod und ein Kopfgeld von 100.000 Dollar wurde auf ihn ausgesetzt, so dass er gezwungen war, unterzutauchen. Doch sein Leben ist auch im Exil noch immer von der Fatwa geprägt. Jedes Mal, wenn Najafi auftritt, geht er ein hohes Risiko ein. Trotzdem gibt der Musiker nicht auf, sondern kämpft mit seinen Texten, in denen er sich kritisch mit Politik, Religion und Gesellschaft im Iran auseinandersetzt, weiter für die Freiheit.

Reggae Boyz

14.09.2018, 18 Uhr

Vereinshaus des SV Osterland Lumpzig, Eisenberger Straße, 04626 Lumpzig

Im Jahr der Fussball WM, widmen wir unseren dritten Filmabend dem Fussball.

Wir machen eine Zeitreise ins Jahr 2014 und auf die Karibischen Inseln.

In der Dokumentation Reggae Boyz untersucht Till Schauder den Einfluss der jamaikanischen Fußballmannschaft im Fussballjahr 2014 auf den Rückgang von Waffengewalt auf der Karibik-Insel.

REGGAE BOYZ begleitet die jamaikanische Nationalmannschaft auf ihrem spannenden Weg durch die WM-Qualifikation und erzählt die Geschichte einer besonderen Verquickung von Musik und Fußball in einem Land mit den höchsten Mordraten der Welt.

The Reggae Boyz – so nennen sich die Mitglieder der Fußball-Nationalmannschaft auf Jamaika. Der Sport wird überall im Inselstaat der Karibik-Region groß geschrieben und so hat das Wort der Spieler und von Coach Winnie Schafer durchaus Gewicht. Da die Mordrate pro Kopf auf Jamaika die höchste der Welt ist, machen sich die Fußballer dafür stark, ihr Land mit einem klaren Standpunkt gegen Gewalt zu vereinen, nicht zuletzt indem sie sich für die Weltmeisterschaft 2014 qualifizieren. Zur gleichen Zeit, nutzt eine Gruppe junger Reggae-Musiker die Macht der Musik, um sich auf ihre ganz eigene Art für die Eindämmung von gewaltsamen Konflikten auszusprechen bzw. auszusingen.

Kurzfilmabend

20.09.2018, 18 Uhr

Paul-Gustavus-Haus, Wallstraße 29, 04600 Altenburg

Unser letzter Filmabend wird ein Kurzfilmabend werden.

In Zusammenarbeit mit dem Jenaer Verein Cellu L`art, entsteht derzeit noch eine Kurzfilmreihe zum Thema Migration in Deutschland. Lasst euch einfach überraschen.

 

Filmabende 2017:

Football Under Cover

01.09.2017, 18 Uhr

Vereinshaus des SV Osterland Lumpzig, Eisenberger Straße, 04626 Lumpzig

Zu Beginn des Abends stellt der SV Osterland Lumpzig seine Arbeit als „Integrationssportverein“ mit Deutschen und Geflüchteten vor und erläutert das Thema Fairplay im Fußball. Anschließend wird der Film „Football Under Cover“ gezeigt. Die deutschsprachige Dokumentation wurde in Berlin und Teheran gedreht und rückt die Verbindung von Sport, Migration und Geschlechterrollen in den Fokus.

Football Under Cover ist eine Doku über ein ganz besonderes Fußball–Match zwischen der iranischen Frauen-Nationalmannschaft und dem Kreuzberger Frauenfußball–Team des BSV Al-Dersimspor – und über dessen diplomatisch knifflige Vorbereitung. Ausgezeichnet wurde die Doku mit zwei »Teddy Awards« (Bester Film und Publikumspreis) auf der Berlinale 2008.

Teheran im April 2006: Vor mehr als 1000 jubelnden Frauen findet das erste offizielle Freundschaftsspiel zwischen der Iranischen Frauen–Nationalmannschaft und einem Berliner Mädchen-Bezirksteam statt. Auf den Rängen wird getobt, es wird gesungen und getanzt, über dem Stadion schwebt eine geballte Ladung Frauenpower. Draußen vor den Toren ein paar Männer, die versuchen, einen Blick durch den Zaun zu erhaschen. Für sie ist der Eintritt heute verboten.

Vor diesem Ereignis liegt ein Jahr harter Arbeit für die jungen Frauen der beiden Teams. Doch am Ende wird tatsächlich gespielt. Und diese 90 Minuten sind mehr als Fußball – Hier entlädt sich der Wunsch nach Selbstbestimmung und Gerechtigkeit, und es wird klar: Veränderung ist möglich.“

Football Under Cover

13.09.2017, 18 Uhr

Rote Zora, Geschwister-Scholl-Str. 10, 04600 Altenburg

Zu Beginn des Abends stellt der SV Roter Stern Altenburg e.V. seine Arbeit und Erfahrungen zum Thema Migration und Rassismus im Fußball und erläutert die Ansprüche des Vereins an das Thema Fairplay im Fußball. Anschließend wird der Film „Football Under Cover“ gezeigt. Die deutschsprachige Dokumentation wurde in Berlin und Teheran gedreht und rückt die Verbindung von Sport, Migration und Geschlechterrollen in den Fokus.

Football Under Cover ist eine Doku über ein ganz besonderes Fußball–Match zwischen der iranischen Frauen-Nationalmannschaft und dem Kreuzberger Frauenfußball–Team des BSV Al-Dersimspor – und über dessen diplomatisch knifflige Vorbereitung. Ausgezeichnet wurde die Doku mit zwei »Teddy Awards« (Bester Film und Publikumspreis) auf der Berlinale 2008.

Teheran im April 2006: Vor mehr als 1000 jubelnden Frauen findet das erste offizielle Freundschaftsspiel zwischen der Iranischen Frauen–Nationalmannschaft und einem Berliner Mädchen-Bezirksteam statt. Auf den Rängen wird getobt, es wird gesungen und getanzt, über dem Stadion schwebt eine geballte Ladung Frauenpower. Draußen vor den Toren ein paar Männer, die versuchen, einen Blick durch den Zaun zu erhaschen. Für sie ist der Eintritt heute verboten.

Vor diesem Ereignis liegt ein Jahr harter Arbeit für die jungen Frauen der beiden Teams. Doch am Ende wird tatsächlich gespielt. Und diese 90 Minuten sind mehr als Fußball – Hier entlädt sich der Wunsch nach Selbstbestimmung und Gerechtigkeit, und es wird klar: Veränderung ist möglich.“

Raving Iran

20.09.2017, 18 Uhr

Rote Zora, Geschwister-Scholl-Str. 10, 04600 Altenburg

In Kooperation mit dem SV Roter Stern Altenburg e.V. zeigen wir einen weiteren Film zum Thema Migration und Rassismus. Im Fokus steht diesmal die Musik.

„Zwei DJs gegen das iranische Regime“ lautet der Untertitel des Schweizer Dokumentarfilms „Raving Iran“ (2016) von Susanne Regina Meures. Der Film begleitet die beiden DJs Anoosh und Arash in Teherans Underground-Techno-Szene und vermittelt Einblicke in Teherans Subkultur. Er entstand unter großen persönlichen Risiken und wurde zu großen Teilen mit versteckter Handy-Kamera gedreht.

Anooshs und Arashs sind Helden in Teherans Underground-Musik-Szene. Die Musik erlaubt ihnen, ihrer Frustration über das repressive System im Land Ausdruck zu verleihen. Unter ihrem Bandnamen Blade & Beard produzieren sie illegal ein Album, liefern sich ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden und organisieren unter strengster Geheimhaltung Raves mitten in der Wüste. Bereits der kleinste Fehltritt könnte sich als fatal erweisen: So müssen im Iran die Bewohner_innen bereits schon beim Konsum von „westlicher“ oder elektronischer Musik mit hohen Strafen und sogar mit Haft rechnen.

Wie kann man in einem Land überleben und seine Individualität behalten, in dem alles so rigoros kontrolliert wird? Müde und desillusioniert von dem ewigen Versteckspiel mit der Polizei und einer stagnierenden Karriere, organisieren die beiden unter gefährlichen Umständen einen letzten ekstatischen Rave in der Wüste.

Im weiteren Verlauf werden sie überraschenderweise zur größten Technoparty der Welt, der Streetparade in Zürich, eingeladen. Nach langem Bangen erhalten sie schließlich ein 5-Tages-Visum und erleben vor Ort die Party ihres Lebens. Doch als die Abreise näher rückt, kommt auch die Ungewissheit bei ihrer möglichen Rückkehr immer näher in den Fokus. Werden sie die Schweiz verlassen und nach Teheran zurück reisen oder entscheiden sie sich für ein Leben fern des Irans?

Sonita

28.09.2017, 18 Uhr

Paul-Gustavus-Haus, Wallstraße 29, 04600 Altenburg

Im Rahmen der Interkulturellen Woche Altenburg 2017 zeigen wir in Kooperation mit dem Paul-Gustavus-Haus den Film „Sonita“:

„Wenn die 18-jährige Sonita es sich aussuchen dürfte, dann wäre Michael Jackson ihr Vater und Rihanna ihre Mutter. Sonita stammt aus Afghanistan und lebt ohne ihre Familie in Teheran. Ihr sehnlichster Wunsch: eine berühmte Rapperin zu sein. Eine soziale Einrichtung unterstützt sie bei der Überwindung der Fluchttraumata und bei der Planung ihrer Zukunft, doch ihre Familie hat ganz andere Pläne: Sie plant, sie für 9000 $ an einen fremden Ehemann nach Afghanistan zu verkaufen und die Zeit drängt, da die Familie Geld braucht für die Hochzeit des Sohnes.

Um sich Zeit zu verschaffen für die Verwirklichung ihres Traumes, gelingt es Sonita, mit einer Geldzahlung vorerst die drohende Rückkehr nach Afghanistan zu verhindern. Diese Zeit nutzt sie, um in Teheran ein Musikvideo aufzunehmen und dieses auf youtube zu stellen. Der Clip ist ein furioser Aufruf gegen die Zwangsheirat und bekommt eine weltweite Aufmerksamkeit, die das Leben von Sonita entscheidend verändern wird.“ (Quelle: Real Fiction Filme)